Hintergrund Praxis
Kleinmachnower Zeitung Nr.10/JG19
Eine Zahnspange schafft Selbstbewusstsein
Im Sprechzimmer

Mit einer Zahnbürste bewehrt, lustig schmunzelnd und mit erhobenem Zeigefinger stehen die beiden Freunde in der Kieferorthopädischen Praxis von Dr. med. Irene Franz. Auf den Lehnen von zwei Kinderstühlen mahnen Ernie und Bert regelmäßiges Zähneputzen an. Allerdings lassen sich nicht alle Zahnprobleme durch vorbildliche Zahnpflege vermeiden. Gegen Zahnfehlstellungen ist auch eine Zahnbürste machtlos. An einer kieferorthopädischen Behandlung kommt man dann in der Regel nicht vorbei. Wichtig, so Dr. Franz, ist ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn. Wenn der Verdacht besteht, dass eine kieferorthopädische Behandlung nötig ist, dann sollten die Eltern frühzeitig einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie konsultieren.

Zahnärzte warten oft den Durchbruch der oberen Eckzähne ab bevor sie zum Kieferorthopäden überweisen. Dies stellt sich häufig als falsch heraus!

Ein gesundes Gebiss ist nicht nur der Optik wegen wichtig. Zwar appelliert Dr. Franz insbesondere bei den Mädchen häufig mit dem Argument eines strahlenden Lächelns, dennoch sind richtig stehende Zähne natürlich in erster Linie für eine gesunde Ernährung wichtig. Stehen die Zähne beispielsweise zu eng, kann unter Umständen die vorbildlichste Zahnpflege Karies nicht verhindern, und mit dem makellosen strahlenden Lächeln ist es möglicherweise schon in der Pubertät vorbei. Letzten Endes, so betont Dr. Franz, schaffe eine Zahnspange Selbstbewusstsein, auch

wenn man dies zuerst einmal nicht vermutet. Kinder mit vorstehenden Zähnen, sind nicht selten Hänseleien ausgesetzt. Eine kieferorthopädische Behandlung geht zwar nicht von heute auf morgen, diesen Kindern kann aber auf mittelfristige Sicht geholfen werden. Ordentlich aufgereihte Zähne stützen sich gegenseitig. Befinden sich dagegen Lücken im Frontzahnbereich ist die Gefahr, dass Zähne bei Unfällen abbrechen folglich größer.

Dr. Franz beherrscht eine ganze Reihe von Methoden, wenn es darum geht, Zahnfehlstellungen zu korrigieren. In einem fünfjährigen Studium der Zahnmedizin ließ sich Dr. Franz zum Zahnarzt ausbilden. Weitere fünf Jahre Ausbildung waren erforderlich, um Fachzahnarzt für Kieferorthopädie zu werden.

Grundsätzlich behandelt der Kieferorthopäde Zahnfehlstellungen mit herausnehmbaren und festen Zahnspangen. Es liegt auf der Hand, dass sich herausnehmbare Zahnspangen leichter und gründlicher reinigen lassen als Zahnspangen die im Mund fest eingeklebt sind. Gleiches gilt und das ist noch viel wichtiger für die Zähne. Bei einer festen Zahnspange werden Teile der Zahnoberfläche durch Drähte verdeckt. Es leuchtet ein, dass auch eine coole Zahnbürste von Dr. Best Schwierigkeiten haben kann, zwischen Draht und Zahn zu gelangen.
Die Disziplinanforderungen beim Tragen einer herausnehmbaren Spange an Kinder und Eltern sind vergleichsweise hoch. Eine feste Spange entfaltet ihre Wirkung Tag und

Nacht, eben weil sie sich nicht aus dem Mund nehmen lässt. Eine herausnehmbare Spange sollte ebenfalls ständig getragen werden, wenn die gleiche Wirkung wie bei einer festen Zahnspange erzielt werden soll.

Anfänglich freuen sich gerade die jüngeren Kinder häufig auf eine Spange. Freundinnen und Freunde haben oft bereits schon eine. Je älter die Kinder jedoch werden, desto mehr wächst in der Regel die Abneigung gegen den Draht im Mund. Den größeren versucht Dr. Franz klarzumachen, dass sie die Spange schneller wieder los sind, wenn sie prima mitarbeiten.

Nicht alle Zahnfehlstellungen lassen sich jedoch mit herausnehmbaren Spangen behandeln. Runde Zähne wie die Eckzähne beispielsweise lassen sich nur sehr schwer in die erforderliche Position bewegen. Da sollte dann eben mal eine feste eingeklebt werden. Eine weitere Möglichkeit, bestimmte Zahnstellungen zu korrigieren, ist eine "passive" Zahnspange, ein sogenannter Funktionsregler, bekannter als Bionator. Ein Funktionsregler normalisiert Muskeldruck auf den Zähnen und lässt so die Entwicklung der natürlichen Zahnstellung zu. Stress, der erhöhte Muskelspannung des Gesichts oder der Zunge hervorruft, lässt Zahnfehlstellungen entstehen. Hier wäre ein Funktionsregler genau das richtige Instrument die Muskelfehlfunktion zu korrigieren.

In der Praxis Franz ist man weit entfernt von einer einseitigen Orientierung auf bestimmte Behandlungsmethoden. "Wir praktizieren hier eine ganzheitliche Kieferorthopädie", erklärt Irene Franz. "Kieferorthopäden bemerken zum Beispiel früh Sprachprobleme, aber häufig auch Haltungsschäden, wie Rundrücken oder Schiefhals." In derartigen Fällen versichert sich Irene Franz der fachlichen Unterstützung von Logopäden oder Orthopäden. In jedem Fall sollten Eltern eine kieferorthopädische Beratung in Anspruch nehmen, wenn das Kind eine asymmetrische Unterkieferlage, eine Unter- oder Überentwicklung des Unterkiefers, zu eng oder zu weit auseinander stehende Zähne aufweist, oder die Frontzähne des Ober- und Unterkiefers sich bei geschlossenem Gebiss nicht berühren.

Für Ernie und Bert ist jegliche derartige Beratung allerdings überflüssig und das Argument mit dem strahlenden Lächeln wird bei ihnen wohl auch nicht fruchten. Die beiden haben nämlich gar keine Zähne.

Kontaktdaten:

Praxis Dr. med. Irene Franz
Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
Geschwister-Scholl-Allee 51
14532 Kleinmachnow
Tel. 033203 23122
www.kfo-franz.de